Es gibt Leidenschaften, die suchen sich irgendwann einen Platz im Regal.
Sie werden still und stauben dann ein.
Und dann gibt es Theater.

>Petterson und Findus – Die Hühner (mal ein wenig anders)<
Es wohnt zwischen Stoffballen, Kleiderbügeln und Notizbüchern. Es meldet sich plötzlich, wenn irgendwo ein Vorhang aufgeht. Es steckt in einem alten Hut auf dem Flohmarkt, in einem Samtvorhang oder in der Frage: „Wie würde diese Figur eigentlich laufen?“
Wer einmal Theaterluft eingeatmet hat, trägt sie für immer mit sich herum.
In den letzten Monaten habe ich viel geschrieben. Bücher, Ideen, Konzepte. Das macht mir unglaublich viel Freude. Trotzdem merke ich immer wieder, wie sehr mir diese besondere Magie fehlt, die kurz vor einer Premiere entsteht.
Dieses Gewusel hinter der Bühne. Das Rascheln von Kostümen.
Oder der Moment, wenn zum ersten Mal bei einer Hauptprobe alles zusammenkommt und plötzlich aus vielen Einzelteilen eine Geschichte wird.
Vielleicht liebe ich genau deshalb die Kostümarbeit so sehr. Ein Kostüm ist nie einfach nur Kleidung.
Es erzählt etwas über einen Menschen, lange bevor dieser seinen ersten Satz spricht. Es verrät Mut, Unsicherheit, Eitelkeit, Humor oder Geheimnisse. Manchmal verändert ein einziger Mantel eine komplette Figur.
Und genau deshalb freue ich mich gerade riesig.
Im Oktober beginnt ein neuer Kostümauftrag für eine Theaterproduktion.
Schon jetzt schwirren die ersten Ideen durch meinen Kopf. Farben tauchen auf, Stoffe wollen angefasst werden und irgendwo wartet bestimmt schon das Kleidungsstück, das plötzlich genau die richtige Figur findet.
Ich liebe diesen kreativen Prozess. Aus Gesprächen entstehen Skizzen. Aus Skizzen werden Stoffe. Aus Stoffen entstehen Figuren.
Und irgendwann stehen Menschen auf einer Bühne und erzählen Geschichten, an denen so viele Hände mitgewirkt haben.
Bis es im Oktober losgeht, genieße ich noch meine Zeit hier in der Bretagne, sammle Inspiration zwischen Küste, Wind und kleinen Hafenorten und fülle meine Notizbücher mit allem, was mir begegnet.
Ich kenne mich inzwischen gut genug.
Irgendwann landet davon garantiert etwas auf einer Bühne.



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